The Baseballs: „Wir teilen die gleiche Leidenschaft“
Da muss man erstmal drauf kommen: Den Retro-Spieß einfach mal umdrehen, Hits aus der Gegenwart auf Oldie trimmen und dabei schön dreistimmig singen. Aber den Klassikern von Elvis & Co bleiben die Baseballs natürlich trotzdem treu.

Nostalgie und Moderne werden bei den „Baseballs“ zu einem ganz eigenen, harmonischen Ganzen verbunden. Alexander Lorber ließ sich von dem Trio den „Rock ’n’ Roll“ erklären und erfuhr, dass „der King“ auch schon für die Jungs tätig war.
Woher kommt der Bandname? Seid Ihr alle Baseballfans?
Digger: Unsere Musik erinnert ja stark an die 5oer-Jahre. Der Name sollte etwas mit dieser Zeit zu tun haben, aber nicht zwingend mit Elvis Presley. Deshalb haben wir entschieden, uns wie die Sportart zu nennen, die in den 50ern populär war. Das war eben Baseball.
Basti: Sam hat übrigens mal Baseball gespielt, war aber im Schlagen nicht so gut.
Wie kam Euer Projekt zustande?
Sam: Das war in einem Proberaumkomplex in Berlin. Wir haben uns in der Gemeinschaftsküche getroffen und kamen ins Gespräch. Dort haben vor allem viele Metalbands geprobt, so dass wir mit unseren 50s-Frisuren natürlich sofort aufgefallen sind.
War diese Bandgründung Zufall oder gar Schicksal?
Basti: Nach der Geschichte könnte es „Schicksal“ ganz gut treffen. Wir haben im Probekomplex das erste Mal zusammen gejammt. Also hat Sam am gleichen Abend die Gitarre rausgeholt und ein paar Klassiker gespielt. Wir haben dann dreistimmig dazu gesungen und festgestellt, dass diese Rock-’n’-Roll-Klassiker plötzlich viel moderner klangen. Das fanden wir so spannend, dass wir mehr daraus machen wollten.
Wie kommt man dazu, als Mittzwanziger den Fifties musikalisch zu huldigen?
Sam: Wir hatten alle bereits in jungen Jahren den ersten musikalischen Kontakt mit den 50ern und wussten, dass der Stil nie aussterben wird. Uns war klar, dass uns die Musikrichtung in unserem weiteren Leben begleitet und prägt.
Wie macht Ihr aus einem aktuellen Hit eine Retrofassung?
Basti: Meistens klappt das ganz gut, wenn eine klare Aussage dabei ist und der Song harmonisch ist. Wenn wir eine Nummer gehört haben, die das Zeug zu einer „Voc’n’Roll-Nummer“ haben könnte, setzen wir uns beim nächsten Treffen im Proberaum ans Klavier oder an die Gitarre und machen erste Test-Arrangements. Wenn die Nummer funktioniert, arbeiten wir sie weiter aus.
Ist Jerry Lee Lewis Euer Vorbild?
Sam: Eigentlich alle Ikonen aus dieser Zeit. Für mich natürlich besonders Elvis Presley. Das war eine Massenbewegung ohne irgendeine Nische.
Digger: Der Anspruch, den wir aus dieser Zeit übernehmen, ist der gleiche wie damals: Musik für alle zu machen.
Wie gefällt eigentlich Rihanna Eure Version von „Umbrella“?
Basti: Wir wissen gar nicht, ob Rihanna unsere Fassung schon gehört hat. Es wäre aber auf jeden Fall interessant zu wissen, wie sie ihn aufnehmen würde. Wenn wir covern, wollen wir ja auch vielmehr etwas ganz Neues aus dem ursprünglichen Song machen, so dass man beim ersten Hören vielleicht gar nicht darauf kommt, dass es ein Cover ist.
Wenn Ihr eine Zeitreise in die 50er machen könntet, was würdet Ihr da tun?
Basti: Die Gelegenheit nutzen würden wir schon. Ich würde vielleicht mit dem King ein paar Nummern jammen.
Sam: Digger würde wahrscheinlich versuchen, sich ein paar Patente aus der Zeit zu sichern.
Keiner von Euch hat Wehrdienst gemacht. Wie ging denn das?
Digger: Elvis hat für uns ja schon gedient. Außerdem sind wir alle extreme Langschläfer und spielen unsere Shows zum Teil bis tief in die Nacht. Dann noch früh morgens Liegestützen zu machen und Dienst zu schieben, wäre sehr belastend. Ganz ehrlich – es hat sich einfach bei keinem von uns ergeben.
| Konzept |
| Die Band greift den Rockabilly-Stil der 50er und 60er-Jahre wieder auf, vermischt ihn mit heutigen Trends. Um Elvis zu feiern, scheut sich das Trio nicht, mit Pomade und Jeans abzurocken. |
| Nostalgiker |
| Bandmitglied Sam ist leidenschaftlicher Elvisfan. Als Sechsjähriger sah er erstmals den King im Fernsehen und erinnert mit seinem Stil und Gesang heute selbst ein bisschen an den Star. |
| Einstieg |
| Ihr erster Release war die erfolgreiche Single „Umbrella“. Mittlerweile ist auch ihr Debütalbum „Strike!“ erschienen, auf dem die Jungs unter anderem „I Don’t Feel Like Dancin’”, „Angels“ und „Crazy In Love“ präsentieren. |
| Abrocker |
| Vocal-Rock ’n’ Roll hat für die „Baseballs“ viel mit Look, Lifestyle und guter Laune zu tun. Bandmitglied Digger hat bei RTL bereits in mehreren Sketchshows mitgespielt. Er beherrscht zudem eine ganze Reihe Musikinstrumente wie Klavier, Gitarre, Saxophon und Schlagzeug. |
| Klassensprecher |
| Der in Magdeburg aufgewachsene Basti ist der wandelnde Terminkalender der Band. Er übernimmt einen Großteil des Managements für sein Team. Über Gesangs- und ACappella-Unterricht kam er zu den „Baseballs“. |
